Monitoring

Erst die Kombination von klinischer und apparativer Überwachung bedeutet bestmögliche Patientensicherheit. „Hand am Puls“, Sehen, Hören und Fühlen sind unerlässlich!

Während der Versorgung und des Transportes eines Patienten sollten überwacht werden:

  • Atmung
    • Atemfrequenz: bei Spontanatmung immer ermitteln
    • Atemarbeit/Thoraxexkursionen
    • Pulsoximetrie (Werte nur bei guter plethysmographischer Kurve verwertbar)
    • Auskultation der Atemgeräusche
  • Bei Beatmung:
    • Sicherheitsmonitoring von Notfallrespiratoren: O2-Vordruck, Diskonnektion, Stenose
    • inspiratorische O2-Konzentration = AirMix (ca. 60 %), No AirMix (100 %) oder stufenlos
    • Flaschenvorrat in l (Flaschenvolumen x bar Vorratsdruck)
    • Beatmungsdruck und -frequenz (erkenne Anstieg des Beatmungsdruckes)
    • immer Kapnographie(zum Erkennen einer Obstruktion, Leckage o. ä.), auch bei Beutel-Masken-Beatmung und NIV
    • exspiratorisches Atemminutenvolumen
    • Cuffdruckmessung
  • Kreislauf
    • Inspektion Hautkolorit, Skleren, Schleimhäuten; Kapillarfüllungszeit (> 2 s), Zentralisation?
    • Palpation des peripheren und zentralen Pulses
    • Engmaschige Blutdruckmessung (initial mind. alle 3 min)
    • Herzauskultation
    • EKG
    • Temperatur
  • Neurologie
    • AVPU/GCS(Orientierung zur Person/Örtlichkeit/Zeit/Situation)
    • Blutzucker
    • Pupillengröße und Pupillomotorik
    • Motorik (Paresen)/Sensibilität
  • Sonografie
    • Problemorientierter Ultraschall

Optische Gerätealarme werden im Einsatz regelmäßig nicht wahrgenommen, da die Geräte immer wieder außerhalb des Blickfeldes der Anwender sind. Akustische Alarme werden durch Umgebungslärm nur eingeschränkt oder gar nicht (insbes. Luftrettung) wahrgenommen.

Interpretation von Messwerten der Pulsoxymetrie und Kapnographie:

  • Pulsoxymetrie/Pulsplethysmographie:
    • nicht möglich bei kritischer Abnahme des HZV und/oder Hypothermie; bei einigen kardialen Unterstützungssystemen
    • undulierende Pulskurve bei Hypovolämie
    • Denke an mögliche Fehlmessungen (z.B. COHb und qualitativ schlechte Pulskurve)
  • Kapnographie:
    • Abfall etCO2:
      • Tubusdislokation
      • Hyperventilation (CAVE: bei etCO2 < 30 mmHg Beatmungnie unter Normwert AF 12-14/min, AZV 6 ml/kg KG einstellen)
      • Kreislaufstillstand/Hypovolämie/Schock
      • Lungenarterienembolie
    • Anstieg etCO2:
      • Hypoventilation
      • Flache Narkose
      • Steigende pulmonale Perfusion oder bessere alveoläre Ventilation (z. B: bei NIV)
    • Ansteigendes etCO2-Plateau:
      • Obstruktive Ventilationsstörung

02/2024