Amputationsverletzungen

Grundsätzlich gilt: „life before limb“  –  Traumamanagement ist Zeitmanagement
(siehe Algorithmus Traumaversorgung)

Amputationsverletzungen können grundsätzlich durch die entstehende Blutung lebensbedrohlich werden. Häufig werden zusätzlich bestehende erhebliche Begleitverletzungen (Thoraxtrauma, Abdominaltrauma, Beckenfraktur) unterschätzt oder gar nicht erkannt.

Alle Maßnahmen müssen zeitlich straff organisiert werden, damit eine schnellstmögliche definitive Versorgung in der geeigneten Zielklinik erreicht werden kann.

Notwendige Maßnahmen bei Amputationsverletzungen

  • Rettung aus dem Gefahrenbereich
  • c (Blutstillung)

Blutungen der Extremitäten sollten durch folgendes Stufenschema behandelt werden:

  • manuelle Kompression
  • Kompressionsverband (ggf. mit Hämostyptikum)
  • Tourniquet
  • Weiteres Vorgehen nach xABCDE
  • Suffiziente Analgesie
  • Achsengerechte Lagerungvon subtotalen Amputationsverletzungen und Immobilisation
  • Bei vollständiger Amputation:Amputat suchen (Delegation) und sichern
  • Amputatversorgungkühl und feucht (keinesfalls nass!), Replantatbeutelsysteme
    • Amputat mit sterilen Kompressen versehen, Vermeidung des direkten Kontaktes zur Kältequelle
    • Einpacken in sterilen Beutel, verschließen
    • Diesen inneren Beutel in einen weiteren Beutel legen
    • Äußeren Beutel mit kaltem Wasser füllen
  • Klinikauswahl
    • Bei isolierter Amputation ohne vitale Gefährdung: Replantationszentrum erwägen

02/2024