Kategorie: III. Traumatologische Notfälle

Frakturversorgung

Beim Trauma immer den Unfallmechanismus erfragen. Er kann wichtige Hinweise auf das zu erwartende Verletzungsmuster geben. Die Schmerztherapie durch korrekte Lagerung, Immobilisation und geeignete Analgetika ist die Basis jeder Frakturversorgung. Orientierende Untersuchung vor Ort, möglichst entkleidet Frakturzeichen Durchblutung Motorik Sensibilität Sorgfältige Befunddokumentation (z.B. Foto) Eine frühe Reposition sollte bei grober Fehlstellung, neurologischen Defiziten oder Durchblutungsstörungen durchgeführt werden. Versorgungsziel […]

Polytrauma

Definition Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organe, wobei mindestens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensbedrohlich ist. Organisation und Anamnese vor Therapie Eigensicherung Unfallmechanismus und Gewalteinwirkung eruieren (Sturztiefe > 3 m oder doppelte Körperhöhe, Ejektion aus KFZ, Tod eines weiteren KFZ-Insassen, Überrolltrauma, schwere Zerstörung des KFZ, Überschlagen KFZ). Frühe Rückmeldung an die Rettungsleitstelle, ggf. Nachforderung […]

Unstillbare Blutung / Einsatz Tourniquet

Verletzungsort Stammtrauma siehe Therapieempfehlung Thoraxtrauma, Abdomen-, Beckentrauma Übergang zum Körperstamm (junctional injury) Manuelle Kompression > Packing mit Baumwollgaze oder Hämostyptika in Gaze-Form (bei lebensbedrohlicher Blutung) CAVE: Übung erforderlich! Extremitäten  Stufenschema: Manuelle Kompression > Druckverband (Hochlagerung) > Tourniquet Gründe/Indikation für Anlage Tourniquet Medizinische Gründe Unkontrollierbare Blutungen an Extremitäten Schwere Blutungan Extremitäten bei gleichzeitigem A-, B- und/oder C-Problem Taktische Gründe […]

Stromunfall

Grundregel beim Umgang mit Strom: Eigenschutz beachten!   Rettung je nach Spannungsart: Bei Niederspannung (< 1000 V) Sicherung entfernen Netzstecker ziehen Gerät ausschalten Isolierung durch geeigneten Standort Bei Hochspannung (> 1000 V) Unbedingt Abstand halten – keine voreiligen Rettungsversuche! Fachdienste verständigen (z.B. Feuerwehr, Energieversorger, Verkehrsbetriebe) Maßnahmen nur durch Fachpersonal (NICHT Rettungsdienstpersonal) Freischalten Sicherung gegen Wiedereinschalten Feststellung der […]

Schock

Definition Akute, nicht oder nur kurzfristig kompensierbare Störung des Gleichgewichts zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf auf zellulärer Ebene aufgrund einer Fehlfunktion des kardiozirkulatorischen Systems Schockformen Hypovolämischer Schock Hämorrhagischer Schock(akute Blutung nach innen oder außen: z. B. Gefäßverletzung, Gefäßruptur, GI-Blutung) Hypovolämischer Schockim engeren Sinne (fehlendes Plasmavolumen, z.B. Dehydratation bei schwerer Diarrhoe) Traumatisch-hämorrhagischer Schock(Fraktur mit Gewebsschaden, z.B. Polytrauma) Traumatisch-hypovolämischer […]

Wirbelsäulentrauma und -immobilisation

Definition des Wirbelsäulentraumas Verletzung der Wirbelsäule (Fraktur oder Luxation) eventuell mit Schädigung des Rückenmarks durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung. Sie kann isoliert oder im Rahmen einer Mehrfachverletzung auftreten. Hintergrund Bei der prähospitalen Versorgung von Wirbelsäulenverletzten steht eine Vermeidung von Sekundärschäden im Vordergrund: v.a. Hypotonie und Hypoxie vermeiden! In der Behandlung der potenziellen Wirbelsäulen-/Rückenmarkverletzungen hat in […]

Durchführung einer Thoraxentlastung

Bei spontan atmenden Patienten ist ein vital bedrohlicher Spannungspneumothorax eine Rarität. Daher ist es nur selten erforderlich, vor einer Atemwegssicherung eine Notfallentlastungspunktion durchzuführen. Die Fähigkeit, eine Mini-Thorakotomie durchführen zu können, ist eine Voraussetzung zur Teilnahme am Notarztdienst! Indikationen Absolute Indikation Spannungspneumothorax(kombiniertes lebensbedrohliches B- und C-Problem) Beim traumainduzierten Kreislaufstillstand beidseitige Thorakostomie! Relative Indikationen Pneumothorax Hautemphysem Rippenserienfraktur Hämatopneumothorax Lokalisation: ICR vordere/mittlere […]

Schädel-Hirn-Trauma des Erwachsenen

Die spezifische Therapie des Schädel-Hirn-Trauma richtet sich nach der Schwere der Hirnverletzungen und der Begleitverletzungen. Das Ausmaß der Bewusstlosigkeit kann Hinweise auf die Schwere der Hirnverletzung geben. Die Bewusstseinsstörung wird durch die Glasgow-Coma-Scale (GCS) beschrieben. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma liegt bei einem GCS von 3 – 8 vor. Therapieziel Sekundärschäden vermeiden: Normoxämie, Normotonie, Normokapnie und Normothermie anstreben, Aspiration […]

Thoraxtrauma

Definition Verletzungen des Thorax durch stumpfe oder spitze Gewalt. Frakturen von Rippen, Sternum, BWS Lungenkontusion, Pneumothorax/Spannungspneumothorax, Hämatothorax Perikardtamponade, Myokardkontusion, -ruptur, Aortendissektion, -ruptur Tracheobronchiale Verletzungen, Ösophagusverletzung Zwerchfellruptur, Verletzung von Abdominalorganen (Milz, Leber, Niere), Besonderheiten 75 % der Thoraxverletzten weisen primär keine sichtbaren Verletzungszeichen am Thorax auf Die Verletzungsschwere wird insbesondere bei jungen Patienten häufig unterschätzt (Unfallmechanismus!) […]