Unmittelbar nach Geburt: siehe Neugeborenenversorgung und -reanimation.
Diese Therapieempfehlung ist vom Verlassen der Geburtsumgebung bis erwachsen erscheinend anzuwenden.
Hauptursache Kreislaufstillstand Hypoxie. Rechtzeitiges Erkennen und Behandeln kritischer A-/B- und C-Probleme vermeidet Kreislaufstillstände. Bei bewusstlosem Kind ohne Lebenszeichen und Herzfrequenz < 60/min trotz suffizienter Beutel-Masken-Beatmung muss umgehend mit Thoraxkompressionen begonnen werden.
Basismaßnahmen sind entscheidend! Nutze kognitive Hilfsmittel für Equipment in korrekter Größe und Medikation.
A – Atemwege
- Wenn Beatmungsequipment nicht sofort verfügbar: Thoraxkompressionen beginnen!
- Suffiziente Beutel-Masken-Beatmung ausreichend. Ggf. Einlage Larynxmaske.
- Intubation nur durch in der Intubation der Altersklasse erfahrene Teams.
- 2-Hand-2-Helfer-Beatmung (Doppel-C-Griff), Esmarch-Handgriff, ggf. Guedel/Wendl/nasaler Rachentubus
- Lagerung:
- Säuglinge: Schulter-Nackenrolle, Kopf in Neutralposition
- Ältere Kinder: Reklination.
B – Beatmung
- 5 initiale Beatmungen → sichtbare Thoraxexkursion, FiO2: 1,0
- Tidalvolumen 6-8 ml/kg ideales Körpergewicht
- Verhältnis Thoraxkompression : Beatmung = 15 : 2
- Wenn LMA/Tubus, dann kont. Kompression und altersadaptierte Atemfrequenz:
<1 J: 25/min, 1-8 J: 20/min, 8-12 J: 15/min, >12 J: 10/min
- Obligat Kapnographie, cave HME-Filter anpassen.
- Magensonde zur Entlastung des Magens erwägen.
C – Circulation
- Kompressionsfrequenz 100-120/min, Pausen minimieren
- Untere Sternumhälfte, Tiefe 1/3 Thoraxdurchmesser (ca. 5 cm), max. 6 cm
- Säuglinge: thoraxumgreifende-2-Daumen-Methode
- Ältere Kinder: 1-Hand bzw. 2-Hand-Methode
Defibrillation
- Bei Kammerflimmern oder pulsloser VT so schnell wie möglich.
- Elektrodenposition anterior-posterior bis 25 kg (ca. 8 Jahre), größere Kinder anterolateral oder anterior-posterior.
- 4 J/kg ab dem 1. Schock (ab 6. Schock ggf. Eskalation bis 8 J/kg, max. Erwachsenendosis).
- AED: in allen Altersgruppen (Erwachsenen-AED auch bei Säuglingen anwendbar).
Zugang und Medikamente
- Primär intraossärer Zugang, wenn iv-Zugang voraussichtlich schwierig.
- Nicht-defibrillierbarer Rhythmus: So früh wie möglich Zugang (i.v./i.o.) und Adrenalin alle 4 Minuten.
- Defibrillierbarer Rhythmus: Adrenalin und Amiodaron nach dem 3. Schock, erneut nach dem 5. Schock. Adrenalin bei weiter bestehendem defibrillierbarem Rhythmus alle 4 Minuten.
- Adrenalin: 0,01mg/kg KG = 0,1 ml/kg KG der Verdünnung 1 mg/10 ml, max. 1 mg.
- Amiodaron: 5 mg/kg KG = 0,1 ml/kg KG der unverdünnten Lösung, max. 300 mg, Repetition 5 mg/kg KG (max. 150 mg).
- Volumengabe: balancierte Kristalloidlösung 10 ml/kg KG
Reversible Ursachen (4 H‘s/HITS), insbesondere Hypoxie und Hypovolämie beseitigen.
ECPR: ECLS/ECMO bei reversibler Ursache erwägen bei vorhandenen Strukturvoraussetzungen.
Mechanische Reanimationshilfen: Herstellerangabe beachten. Überwiegend nicht für Kinder geeignet.
Nach ROSC
- Evaluation der Situation nach xABCDE.
- Sauerstofftitration Ziel: SpO2 94-98%.
- Altersadaptierte Beatmung, PEEP 5 cmH2O, Normokapnie anstreben.
- Normotonie anstreben. MAD: 1 M: 45 mmHg, 1 J: 55 mmHg, > 5 J: 60 mmHg.
- Behandle Krampfanfälle und Hypoglykämie.
- Analgesie und Sedierung bei Hinweisen auf Schmerz oder Stress.
Anwesenheit der Eltern zu jedem Zeitpunkt ermöglichen, sofern diese die Behandlung nicht stören. Wenn möglich Begleitung durch ein erfahrenes Teammitglied. Frühzeitig Krisenintervention anbieten.
Auch bei Kindern auf sichere Todeszeichen achten. Bei sicheren Todeszeichen Reanimation abbrechen/nicht beginnen.
03/2026