Reanimation

Notwendig sind die sofortige Einleitung und Fortführung der Basismaßnahmen (Telefon-CPR, AED).
Die Herzdruckmassage darf nur so kurz wie möglich („no-flow“-Zeit) unterbrochen werden für:

  • Die Beatmung(2 Beatmungen in 5 s)
  • Die Defibrillation (während Ladevorgang HDM durchführen)
  • 5 s für die Passage der Stimmritze zur Intubationdurch Erfahrene
  • 5 s zur Rhythmuskontrolle

Herzdruckmassage

  • Tiefe mind. 5 cm (max. 6 cm)
  • Druckpunkt Thoraxmitte (unteres Sternumdrittel)
  • Frequenz   100 – 120/min
  • Kompression: Beatmung, 30 : 2  (i. d. R. Beginn mit Herzdruckmassage)
  • Regelmäßig Helferwechsel, alle 2 Minuten

Beatmung
Um häufigere Herzdruckmassagen durchführen zu können, sollte die Inspirationszeit nur etwa eine Sekunde betragen. Eine frühzeitige Atemwegssicherung ist anzustreben, anschließend kontinuierliche HDM.

  • Frühestmögliche Kapnographie(Kontrolle von Ventilation und Perfusion!)

Defibrillation

  • Vor Rhythmuskontrolle Defibrillator bereits laden und HDM fortsetzen
  • Bei Kammerflimmern/pulsloser VT Schock abgeben
  • Keine Defibrillationsserien (außer bei beobachtetem Eintritt von Kammerflimmern)
  • Erster Schockbiphasisch 120 – 200 J (Herstellerangaben!)

Weitere Schocksbiphasisch keine Empfehlung für gleichbleibende oder eskalierende Energielevel

  • Wenn Schockzunächst effektiv, aber Refibrillation: letzte gewählte Energie wählen
  • Sofort nach Defibrillation ohne Rhythmus-/Pulskontrolle Basismaßnahmen für zwei Minuten (= 5 Zyklen)

Medikamente

  • Applikationsweg: 1. Wahl intravenös/2. Wahl intraossär
  • Adrenalin1 mg i.v./i.o. alle 3 – 5 Minuten,
    bei nicht defibrillierbarem Rhythmus nach i.v.-Zugang
    bei Kammerflimmern nach 3. Defibrillation
  • Amiodaron 300 mg i.v./i.o. bei VF/VT nach 3. Defibrillation; ggf. 150 mg Repetition nach 5. Defibrillation (alternativ Lidocain 100 mg nach der 3. Defibrillation, 50 mg nach der 5. Defibrillation)
  • Thrombolyse nur bei V.a. Lungenarterienembolieerwägen, dann CPR 60 – 90 Minuten

Kinder (Säuglinge und Kinder bis zur Pubertät):

  • Beginn mit 5 initialen Beatmungen, HDM-Tiefe: Säugling 4 cm, Kinder 5 cm
  • Kompression : Beatmung→ 15 : 2, HDM-Frequenz 100 – 120/min
  • Adrenalinv./i.o. 0,01 mg/kg KG (entspricht 0,1 ml/kg KG der Verdünnung 1 mg/10 ml)
  • Defibrillation Einzelschocks 4 J/kg KG

Kinderreanimation siehe Therapieempfehlung Kinderreanimation

Neugeborenenreanimation siehe Therapieempfehlung Neugeborenenerstversorgung und
-reanimation

Reversible Ursachen (4 H‘s/HITS) beseitigen

  • Hypoxie
  • Hypo- oder Hyperkaliämie, andere Elektrolytstörungen
  • Hypo- oder Hyperthermie
  • Hypovolämie
  • Herzbeuteltamponade
  • Intoxikation
  • Thrombose (der Koronarien oder Lungenarterien)
  • Spannungspneumothorax

Mechanische Reanimationshilfen

Der routinemäßige Einsatz mechanischer Reanimationshilfen wird nicht empfohlen, kann aber in besonderen Situationen erwogen werden:

  • Transport unter Reanimation bei relevantem Therapieziel (PCI/ECLS) in der Klinik
  • Thrombolyse
  • Akzidentelle Hypothermie
  • Intoxikation

Postreanimation

  • Verzicht auf Wärmeerhalt(Temperaturmanagement, Ziel 32 – 36° C)
  • nach ROSC FiO2reduzieren, orientiert an SpO2 (94 – 98 %) außer bei Anämie
  • 12-Kanal-EKG: bei STEMIoptimal Klinik mit Interventionsmöglichkeit (CAC)

Abbruch der Reanimation bei Erwachsenen

Es fehlen eindeutige Prognosekriterien (z.B. Pupillenstatus). Eine Hilfestellung kann bei Erwachsenen die „Regel zur Beendigung der lebensrettenden Basismaßnahmen“ (ERC-Leitlinien 2021) bieten.

Berechtigt erscheint eine Beendigung der Reanimation, wenn nach Prüfung reversibler Ursachen:

  • kein ROSC eintritt
  • kein defibrillierbarer Rhythmus vorliegt
  • und der Kreislaufstillstand nicht beobachtet wurde.

02/2024