Unterscheide: Atemnot versus Atemversagen
Durch konsequentes Handeln muss der Übergang Atemnot → Atemversagen → Atem-Kreislauf-Stillstand (s. Therapieempfehlung Kinderreanimation) unbedingt verhindert werden. Ein Atemversagen liegt vor, wenn die Sauerstoffsättigung trotz Sauerstoffgabe (15l/min) <90% bleibt. Die häufigste Ursache für einen Kreislaufstillstand im Kindesalter ist die Hypoxie (sekundärer Herz-Kreislauf-Stillstand)!
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ATEMNOT |
ATEMVERSAGEN |
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Atemfrequenz |
Tachypnoe |
Tachy- oder Bradypnoe möglich |
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Atemmechanik |
Gute Luftströmung, Stridor, Giemen/Brummen |
Frustrane/ flache Atmung, wenig Luftströmung („silent lung“, kein Stridor mehr) |
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Herzfrequenz |
Tachykardie |
Bradykardie |
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Bewusstsein |
Angst, Unruhe |
Lethargie, Bewusstlosigkeit |
Allgemeine Maßnahmen:
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ATEMNOT |
ATEMVERSAGEN |
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Beruhigung, Ruhe |
Atemweg freimachen/-halten |
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Komfortlagerung |
Ggf. Wendl-Tubus, richtige Kopfposition |
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Inhalation (feucht) |
Versuch assistierte Maskenbeatmung bei Sauerstoffsättigung < 90% (trotz 15 Liter/min Sauerstoff per Reservoirmaske) |
Ziel: Sauerstoffsättigung von ≥ 92 %, Normokapnie, Verbesserung der Atemmechanik und Normalisierung des Bewusstseins
Spezielle Maßnahmen:
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Lokalisation |
Symptom |
Inhalationsbehandlung |
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Obstruktion obere Atemwege |
inspiratorischer Stridor, Heiserkeit |
Adrenalin 4 ml (pur), |
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Obstruktion untere Atemwege |
exspiratorischer Stridor, verlängertes Exspirium, Giemen |
Salbutamol (Dosierung 2,5 – 5 mg) |
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Alle Atemwegsabschnitte betreffend bzw. unklar |
Biphasischer Stridor |
Adrenalin 4 ml (pur), |
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Lungenparenchym (z.B. Pneumonie) |
Knistertöne Lunge |
Inhalation wenig hilfreich, minimal handling |
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Zentrale Atemstörung (z.B. postiktal, SHT) |
Atemgeräusche physiologisch |
Ggf. assistierte Beatmung |
Achtung:
- Bei nicht klassifizierbarem StridorInhalation mit Adrenalin
- Die hochdosierte inhalative Gabe von Adrenalin ist sicher, auch bei tachykarden Kindern
- Therapie situativ angepasst, so wenig invasiv wie möglich, kindliche Autonomie fördern („Mit dieser Zauberluft geht es Dir besser, halt sie mal auf Dein Gesicht“), stets Eltern einbeziehen.
- v.-Zugang meist nicht notwendig