Polytrauma

Definition: Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organe, wobei mindestens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensbedrohlich ist (nach Tscherne) Organisation und Anamnese vor Therapie: Eigensicherung Unfallmechanismus und Gewalteinwirkung eruieren (Sturztiefe > 3 m oder doppelte Körperhöhe, Ejektion aus KFZ, Tod eines weiteren KFZ-Insassen, Überrolltrauma, schwere Zerstörung des KFZ, Überschlagen KFZ). Frühe Rückmeldung an die Rettungsleitstelle, […]

Schlaganfall („Stroke“)

Beim Schlaganfall/Schlaganfallverdacht (flüchtige oder wechselnde Symptomatik)  handelt es sich um einen zeitkritischen Notfall („time is brain“). Die Entscheidung über die Behandlung (Zeitfenster für Lyse oder Intervention) erfolgt ausschließlich durch die Neurologie/Neuroradiologie (Zielklinik mit Stroke Unit)!  Maximal 60 Minuten nach Notrufeingang soll der Patient in der Klinik sein (erwäge RTH bei längerem Transportweg). Eine Thrombolysetherapie ist bis zu […]

Sepsis im Rettungsdienst

Ein früher, zielgerichteter Therapiebeginn innerhalb von 6 h nach Kontakt mit dem Gesundheitswesen senkt die Mortalität. Bei Erwachsenen soll eine kalkulierte Breitbandantibiotikatherapie gemäß Tarragona‐Strategie so früh wie möglich nach Probenentnahme für die Mikrobiologie (Blutkulturen, evtl. Trachealsekret, Urinkultur, Wundabstriche) erfolgen. Risikogruppen: Patientenalter: < 5 J. / > 75 J. kürzlich erfolgte Operation / invasive Maßnahme / Geburt Chronische […]

Bradykarde Herzrhythmusstörungen

Asymptomatische bradykarde HRST bedürfen nicht zwingend der prähospitalen Behandlung, symptomatische sollten therapiert werden. Zur Rhythmusdiagnostik und als Dokumentation für die Klinik ist ein Ausdruck über eine Zeit von ca. 10 s hilfreich. Zum Ausschluss einer ischämiebedingten Bradykardie sollte immer ein 12-Kanal EKG aufgezeichnet werden. Ursachen Eigenständige Erkrankungen oder komplizierend im Rahmen einer Grunderkrankung: Erkrankungen des […]

Gastrointestinale Blutungen

Definition Akute oder subakute Blutverluste über den Gastrointestinaltrakt 90 % Obere GI-Blutungen, davon 10 % Ösophagusvarizen 10 % Untere GI-Blutungen Besonderheiten Inzidenz                       100 / 100 000 Erwachsene / Jahr, Mortalität 8 – 14% Erhöhtes Risiko:           > 60 Jahre, Einnahme von NSAR, Antikoagulantien, Helicobacter-Gastritis Ausmaß der Blutung wird häufig unterschätzt. Maßnahmen Schocktherapie Sauerstoffgabe Großlumige Zugänge Sicherung […]

Lungenarterienembolie

Definition Plötzliche Rechtsherzbelastung bei Querschnittsverminderung der pulmonalen Strombahn durch thrombembolisches Material. Symptomatik I. Leitsymptome: Dyspnoe, Tachypnoe, Tachykardie II. Weitere Symptome Hypoxämie Exspiratorische Hypokapnie Gestaute Halsvenen Husten, Hämoptoe Hypotonie, ggf. kardialer Schock Atemabhängiger Thoraxschmerz Diagnostik Beweisende prähospitale Diagnostik fehlt Anamnese: Immobilisation, postoperativer Zustand, Koagulopathien, Malignome, etc. EKG: 12-Kanal-Ableitung – Rechtsherzbelastungszeichen, RSB, SIQIII-Typ, unspez. EKG Veränderungen: Vorhofflimmern, […]

Tachykarde Herzrhythmusstörungen

Anamnese und klinische Hinweise Frage nach plötzlichem Beginn oder Verschlechterung seit Tagen. Suche nach extrakardialen Ursachen vor Therapie? Z.B. Hypovolämie, Anämie, Ischämie, Hyperthyreose, Infektion etc. Strategie Medikamentöse Behandlung mit Antiarrhythmika nur, wenn die Tachykardie Ursache einer beeinträchtigten Hämodynamik ist und nicht durch Störungen der Hämodynamik bedingt ist! Sonst erst Behandlung der auslösenden Ursache wie z. B. […]

Monitoring

Erst die Kombination von klinischer und apparativer Überwachung bedeutet bestmögliche Patientensicherheit. „Hand am Puls“, Sehen, Hören und Fühlen sind unerlässlich! Monitore zur Überwachung von Vitalparametern dürfen nur von Personen angewendet werden, die nach der MPBetreibV an dem Gerät eingewiesen sind. Während der Versorgung und des Transportes eines Patienten sollten überwacht werden: Atmung Atemfrequenz: bei Spontanatmung […]

Notfalldiagnostik bei Bewusstseinsstörungen

Untersuchungsgang Bewusstsein (Ansprechen) A Airway / Atemwege: frei / beeinträchtigt / verlegt B Breathing / Atmung: Atemfrequenz / Atemarbeit / SpO2 / seitengleich C Circulation / Kreislauf: Puls / Herzfrequenz / Blutdruck / Rekapillarisierungszeit / Vorlast D Disability / neurologisches Defizit: Pupillomotorik / Glasgow-Coma-Scale / Paresen / Seitenvergleich / Sprache / Meningismus / Krampfanfall E Environment and exposure / erweiterte […]

Reanimation

Notwendig sind die sofortige Einleitung und Fortführung der Basismaßnahmen (Telefon-CPR, AED). Die Herzdruckmassage darf nur so kurz wie möglich („no-flow“-Zeit) unterbrochen werden für: die Beatmung (2 Beatmungen in 5 s) die Defibrillation (während Ladevorgang HDM durchführen) 5 s für die Passage der Stimmritze zur Intubation durch Erfahrene 10 s zur Rhythmuskontrolle Herzdruckmassage Tiefe mind. 5 […]