Ablehnung der Übernahme eines Notfallpatienten durch die Zielklinik

Vorbemerkung Durch zeitweilige Engpässe kommt es vor, dass Notfallpatienten nicht in der vom Rettungsdienst bestimmten Zielklinik übernommen werden können. Grundsätzlich gilt Die Behandlungspflicht der Klinik gegenüber Notfallpatienten bleibt bestehen. Der Notarzt ist für die Auswahl der Zielklinik in Einschätzung des Patientenzustandes verantwortlich. Vorgehensweise des Rettungsdienstes Alternative a) In gleicher oder akzeptabler Entfernung gibt es ein anderes […]

Taktische Notfallmedizin (Amok / Terror)

Extreme Bedrohungslagen (Amok, Terroranschlag) sind mit einer erheblichen Gefahr für die eingesetzten Rettungskräfte verbunden. Diese Einsatzsituationen erfordern ein grundsätzlich anderes taktisches Herangehen zum Eigenschutz. Die Einsatzleitung obliegt in diesen Lagen der zuständigen Polizei. Im Vorfeld solcher Bedrohungslagen sollten zwischen allen BOS abgestimmte Einsatzkonzepte erarbeitet werden, die natürlich auch geübt werden müssen. Taktische Grundsätze bei einer akuten Bedrohungslage: […]

Verhalten des ersteintreffenden Notarztes (MANV)

Die Organisation der medizinischen Versorgung bei größeren Schadenslagen ist grundsätzlich Aufgabe des Leitenden Notarztes (LNA). Der ersteintreffende Notarzt übernimmt Aufgaben des LNA bis zu dessen Ankunft an der Schadensstelle. Seine Entscheidungen bestimmen außerordentlich den weiteren Verlauf zur Bewältigung der Schadenslage. Die Organisation ist vor der medizinischen Versorgung zu erledigen. Eigenschutzbeachten – nie in Gefahrenbereich vordringen, […]

Hypothermie

Definition der Temperaturbereiche und der klinischen Zeichen nach dem Swiss Staging System: Definition Stadium I –Mäßige Hypothermie (35 – 32° C): Wach – Kältezittern Stadium II – Schwere Hypothermie(32 – 28° C): Bewusstseinsgetrübt – nachlassendes Kältezittern Stadium III – Extreme Hypothermie(< 28° C): Bewusstlos Stadium IV (< 24° C): Bewusstlos und keine Atmung Besonders gefährdet Obdachlose/hilflose Personen, […]

Schock

Definition Akute, nicht oder nur kurzfristig kompensierbare Störung des Gleichgewichts zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf auf zellulärer Ebene aufgrund einer Fehlfunktion des kardiozirkulatorischen Systems Schockformen Hypovolämischer Schock Hämorrhagischer Schock(akute Blutung nach innen oder außen: z. B. Gefäßverletzung, Gefäßruptur, GI-Blutung) Hypovolämischer Schockim engeren Sinne (fehlendes Plasmavolumen, z.B. Dehydratation bei schwerer Diarrhoe) Traumatisch-hämorrhagischer Schock(Fraktur mit Gewebsschaden, z.B. Polytrauma) Traumatisch-hypovolämischer […]

Adipöser Patient im Rettungsdienst

Respektvoller Umgang mit dem Patienten! Adipositas ist häufig mit Folge- oder Begleiterkrankungen assoziiert, die die Patientenversorgung erschweren können. Hierzu gehören insbesondere kardiovaskuläre Erkrankungen, metabolisches Syndrom und respiratorische Störungen. Frühzeitig Logistik der Rettung und des Transportes klären. Pathophysiologische Besonderheiten Höhere Inzidenz des schwierigen Atemwegs und erschwerter Maskenbeatmung Erhöhte Aspirationsgefahr Erniedrigte Compliance und Funktionelle Residualkapazität → Ventilations-Perfusions-Störungen […]

Sauerstofftherapie im Rettungsdienst

Sauerstoff ist das Medikament zur Behandlung einer Hypoxämie. Therapieziel ist die Normoxämie. Zur Behandlung einer Luftnot sind weitere Maßnahmen erforderlich. Bei kritisch kranken Patienten sollte unmittelbar eine hohe Sauerstoffkonzentration angewandt und entsprechend dem klinischen Verlauf (valide pulsoxymetrische Messung!) angepasst werden.  Definition-Hypoxämie: SpO2 < 90 %, entspricht PaO2: < 60 mmHg Vorgehen: Initial hochdosiert (12-15 l/min über dichtsitzende Reservoirmaske oder 100 […]

Wirbelsäulentrauma und -immobilisation

Definition des Wirbelsäulentraumas Verletzung der Wirbelsäule (Fraktur oder Luxation) eventuell mit Schädigung des Rückenmarks durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung. Sie kann isoliert oder im Rahmen einer Mehrfachverletzung auftreten. Hintergrund Bei der prähospitalen Versorgung von Wirbelsäulenverletzten steht eine Vermeidung von Sekundärschäden im Vordergrund: v.a. Hypotonie und Hypoxie vermeiden! In der Behandlung der potenziellen Wirbelsäulen-/Rückenmarkverletzungen hat in […]

Durchführung einer Thoraxentlastung

Bei spontan atmenden Patienten ist ein vital bedrohlicher Spannungspneumothorax eine Rarität. Daher ist es nur selten erforderlich, vor einer Atemwegssicherung eine Notfallentlastungspunktion durchzuführen. Die Fähigkeit, eine Mini-Thorakotomie durchführen zu können, ist eine Voraussetzung zur Teilnahme am Notarztdienst! Indikationen Absolute Indikation Spannungspneumothorax(kombiniertes lebensbedrohliches B- und C-Problem) Beim traumainduzierten Kreislaufstillstand beidseitige Thorakostomie! Relative Indikationen Pneumothorax Hautemphysem Rippenserienfraktur Hämatopneumothorax Lokalisation: ICR vordere/mittlere […]

Schädel-Hirn-Trauma des Erwachsenen

Die spezifische Therapie des Schädel-Hirn-Trauma richtet sich nach der Schwere der Hirnverletzungen und der Begleitverletzungen. Das Ausmaß der Bewusstlosigkeit kann Hinweise auf die Schwere der Hirnverletzung geben. Die Bewusstseinsstörung wird durch die Glasgow-Coma-Scale (GCS) beschrieben. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma liegt bei einem GCS von 3 – 8 vor. Therapieziel Sekundärschäden vermeiden: Normoxämie, Normotonie, Normokapnie und Normothermie anstreben, Aspiration […]