Kategorie: I. Allgemeine Notfallmedizin

Todesfeststellung und Leichenschau

Die Feststellung des Todes und die Durchführung der Leichenschau sind ärztliche Aufgaben. Jeder Arzt ist zur Feststellung des Todes verpflichtet, er muss außerdem die Leichenschau veranlassen. Das Leichenschauwesen ist in Deutschland durch Ländergesetze geregelt, deshalb muss sich jeder Notarzt über die jeweiligen Gesetze und Verordnungen informieren.  Todesfeststellung: Erfordert das Vorhandensein von mindestens einem sicheren Todeszeichen. Falls […]

Analgesie im Rettungsdienst

Im Rettungsdienst sind Schmerzen grundsätzlich zu behandeln. Es gilt als obsolet, den Schmerz als „diagnostisches Hilfsmittel“ bis in die Klinik zu erhalten. Nutze nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Ruhigstellung, Lagerung, Kühlung und therapeutische Kommunikation. Grundsätzlich sollte die Analgesie situationsgerecht erfolgen. Eine eingehende Kenntnis des Analgetikums ist unabdingbar. Erwäge nichtinvasive Applikationswege wie bspw. eine intranasale Analgetikagabe (Dosierungstabelle intranasal). […]

Narkose im Rettungsdienst

Die Fähigkeit zur sicheren Durchführung einer Narkose ist Voraussetzung zur Teilnahme am Notarztdienst. Immer müssen die Maßnahmen zur Atemwegssicherung/Beatmung beherrscht werden, die erforderliche Ausrüstung muss bereitstehen und entsprechend vorbereitet sein. Medikamentenauswahl und Dosierung sind dem Patienten und dessen Zustand anzupassen. Insbesondere gehört dazu: Akute respiratorische Insuffizienz Bewusstlosigkeit mit Aspirationsgefahr Polytrauma, Schädel-Hirn-Trauma Schwerer Schock Stärkste Schmerzzustände Bei bestehender […]

Narkose bei pädiatrischen Notfallpatienten

Präoxygenierung mit Sauerstoff über Gesichtsmaske frühestmöglich beginnen! Nutze eine Checkliste wie den „Aktionsplan Sichere Notfallnarkose“! Kindernarkose im Rettungsdienst ist mit erhöhten Komplikationsraten assoziiert, insbesondere Hypoxie, Hypotension, Hypothermie und akzidentellen Verletzungen! Die Indikation zur Narkose ist abhängig von der Expertise des Teams kritisch zu stellen, denn technische und nicht-technische Fertigkeiten des Teams sind entscheidend! Welche Unterstützung ist wann verfügbar (2. Notarzt, Zielklinik)? Hinweis auf einen schwierigen Atemweg? […]

Relaxanzien in der Notfallmedizin

Voraussetzung für eine Intubation ist eine ausreichende Narkosetiefe. Der Einsatz von Muskelrelaxanzien kann die Intubationsbedingungen deutlich verbessern und ist zur Narkoseeinleitung von den Fachgesellschaften empfohlen. Die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Narkosetiefe ist zu gewährleisten. Das kurz wirksame depolarisierende Succinylcholin kann zur Narkoseeinleitung eingesetzt werden. Nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien können aufgrund der Wirkdauer präklinisch nicht uneingeschränkt zur Narkoseeinleitung empfohlen werden. Mit dem Zeitpunkt einer […]

Monitoring

Erst die Kombination von klinischer und apparativer Überwachung bedeutet bestmögliche Patientensicherheit. „Hand am Puls“, Sehen, Hören und Fühlen sind unerlässlich! Während der Versorgung und des Transportes eines Patienten sollten überwacht werden: Atmung Atemfrequenz: bei Spontanatmung immer ermitteln Atemarbeit/Thoraxexkursionen Pulsoximetrie (Werte nur bei guter plethysmographischer Kurve verwertbar) Auskultation der Atemgeräusche Bei Beatmung: Sicherheitsmonitoring von Notfallrespiratoren: O2-Vordruck, […]

Notfalldiagnostik bei Bewusstseinsstörungen

Untersuchungsgang Bewusstsein (Ansprechen) x Exsanguination: kritische Blutung A Airway/Atemwege: frei/beeinträchtigt/verlegt B Breathing/Atmung: Atemfrequenz/Atemarbeit/SpO2/seitengleich C Circulation/Kreislauf: Puls/Herzfrequenz/Blutdruck/kapilläre Füllungszeit/Vorlast D Disability/neurologisches Defizit: Pupillomotorik/Glasgow-Coma-Scale/Paresen/Seitenvergleich/Sprache/Meningismus/Krampfanfall E Environment and exposure/erweiterte Untersuchung: Blutzucker/Körpertemperatur/ Verletzungszeichen Anamnese/Fremdanamnese: S A Symptome AllergieM MedikationP Patientenanamnese, Beginn der Symptomatik (plötzlich oder langsam), Schmerzangabe, VorerkrankungenL Letzte MahlzeitE Ereignis, Auffindesituation Bedenke mögliche Ursachen, z. B: Hirninfarkt, intracranielle Raumforderung Trauma Hypotension Hypothermie/Hyperthermie Hypoxie Exsikkose Krampfanfall Intoxikation(Erwäge […]

Nichtinvasive Beatmung (NIV) bei akuter respiratorischer Insuffizienz (ARI)

Indikationen Hypoxämische ARImit Atemfrequenz > 25/min, SpO2 < 90 % trotz O2-Gabe; B. kardiogenes Lungenödem. Hyperkapnische ARI= klinisch ventilatorische Insuffizienz mit hoher Atemfrequenz/niedrigem AZV; z.B. akute exacerbierte COPD (aeCOPD), Asthma bronchiale. Kontraindikationen Absolut: fehlende Spontanatmung, Schnappatmung, Verlegung der Atemwege, gastrointestinale Blutungoder Ileus, nicht hyperkapnisch bedingtes Koma, Pneumothorax. Relativ: hyperkapnisch bedingtes Koma, hochgradige Hypoxämie, Agitation, ausgeprägter Sekretverhalt […]

Atemwegssicherung im Rettungsdienst

Die sichere Beherrschung des Atemwegsmanagements bei Erwachsenen und Kindern ist Voraussetzung für die Teilnahme am organisierten Notarztdienst. In der Notfallmedizin sollte die endotracheale Intubationals Methode der 1. Wahl zur Atemwegssicherung angestrebt werden. Ausbildung und Übung sind erforderlich. Bei Kindern sind supraglottische Atemwegshilfen gleichwertig. Eine ausreichend lange (> 2 min) Präoxygenierungunter Spontanatmung (über dicht sitzende Maske oder […]