Abdominaltrauma

Traumamanagement ist Zeitmanagement (siehe Algorithmus Traumaversorgung) Unterscheide Stumpfes Trauma Penetrierendes Trauma Bei ca. 30 % der Polytraumatisierten ist das stumpfe Bauchtrauma Teilverletzung des Polytraumas. Man muss stets an ein Abdominaltrauma denken. Gefahr: Unterschätzung der Verletzungsschwere. Vorgehen Anamnese (Unfallmechanismus, Schmerzangabe, Abwehrspannung in der frühen Phase oft noch nicht vorhanden) Einschätzung der Verletzungsschwere Kreislaufsituation (Hypovolämie, DD: Spannungspneumothorax) Volumenstatus Bei […]

Amputationsverletzungen

Grundsätzlich gilt: „life before limb“  –  Traumamanagement ist Zeitmanagement (siehe Algorithmus Traumaversorgung) Amputationsverletzungen können grundsätzlich durch die entstehende Blutung lebensbedrohlich werden. Häufig werden zusätzlich bestehende erhebliche Begleitverletzungen (Thoraxtrauma, Abdominaltrauma, Beckenfraktur) unterschätzt oder gar nicht erkannt. Alle Maßnahmen müssen zeitlich straff organisiert werden, damit eine schnellstmögliche definitive Versorgung in der geeigneten Zielklinik erreicht werden kann. Notwendige Maßnahmen bei […]

Beckenfraktur

Traumamanagement ist Zeitmanagement (siehe Algorithmus Traumaversorgung) Es besteht ein hohes Risiko für ein C-Problem! Eine einfache Beckenfraktur (z.B. Sturz in der Häuslichkeit) ist von der komplexen Beckenfraktur hinsichtlich der notwendigen therapeutischen Schritte zu unterscheiden. Letztere ist häufig eine Teilverletzung des Polytrauma-Patienten und oftmals mit weiteren Verletzungen assoziiert. Verletzungsmechanismus (komplexe Beckenfraktur) Verkehrsunfälle: Frontalaufprall, Überrolltrauma, Zweiradfahrer Sturz aus großer Höhe […]

Frakturversorgung

Beim Trauma immer den Unfallmechanismus erfragen. Er kann wichtige Hinweise auf das zu erwartende Verletzungsmuster geben. Die Schmerztherapie durch korrekte Lagerung, Immobilisation und geeignete Analgetika ist die Basis jeder Frakturversorgung. Orientierende Untersuchung vor Ort, möglichst entkleidet Frakturzeichen Durchblutung Motorik Sensibilität Sorgfältige Befunddokumentation (z.B. Foto) Eine frühe Reposition sollte bei grober Fehlstellung, neurologischen Defiziten oder Durchblutungsstörungen durchgeführt werden. Versorgungsziel […]

Relaxanzien in der Notfallmedizin

Voraussetzung für eine Intubation ist eine ausreichende Narkosetiefe. Der Einsatz von Muskelrelaxanzien kann die Intubationsbedingungen deutlich verbessern und ist zur Narkoseeinleitung von den Fachgesellschaften empfohlen. Die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Narkosetiefe ist zu gewährleisten. Das kurz wirksame depolarisierende Succinylcholin kann zur Narkoseeinleitung eingesetzt werden. Nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien können aufgrund der Wirkdauer präklinisch nicht uneingeschränkt zur Narkoseeinleitung empfohlen werden. Mit dem Zeitpunkt einer […]

Polytrauma

Definition Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organe, wobei mindestens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensbedrohlich ist. Organisation und Anamnese vor Therapie Eigensicherung Unfallmechanismus und Gewalteinwirkung eruieren (Sturztiefe > 3 m oder doppelte Körperhöhe, Ejektion aus KFZ, Tod eines weiteren KFZ-Insassen, Überrolltrauma, schwere Zerstörung des KFZ, Überschlagen KFZ). Frühe Rückmeldung an die Rettungsleitstelle, ggf. Nachforderung […]

Status epilepticus

Definition Jeder Krampfanfall, der länger als 5 Minuten anhält oder ≥ 2 aufeinanderfolgende Anfälle über einen Zeitraum von mehr als 5 Minuten ohne Wiedererlangen des präiktalen neurologischen Ausgangsstatus. Hinweis: Für Kinder siehe „Fieberkrampf / Kindlicher Krampfanfall“ Allgemeine Maßnahmen Verletzungsschutz (oft mehrere Helfer erforderlich) und Vorgehen nach xABCDE, u.a. bedarfsgerechte O2-Gabe v.-Zugang anstreben (auf sichere Fixierung […]

Monitoring

Erst die Kombination von klinischer und apparativer Überwachung bedeutet bestmögliche Patientensicherheit. „Hand am Puls“, Sehen, Hören und Fühlen sind unerlässlich! Während der Versorgung und des Transportes eines Patienten sollten überwacht werden: Atmung Atemfrequenz: bei Spontanatmung immer ermitteln Atemarbeit/Thoraxexkursionen Pulsoximetrie (Werte nur bei guter plethysmographischer Kurve verwertbar) Auskultation der Atemgeräusche Bei Beatmung: Sicherheitsmonitoring von Notfallrespiratoren: O2-Vordruck, […]

Notfalldiagnostik bei Bewusstseinsstörungen

Untersuchungsgang Bewusstsein (Ansprechen) x Exsanguination: kritische Blutung A Airway/Atemwege: frei/beeinträchtigt/verlegt B Breathing/Atmung: Atemfrequenz/Atemarbeit/SpO2/seitengleich C Circulation/Kreislauf: Puls/Herzfrequenz/Blutdruck/kapilläre Füllungszeit/Vorlast D Disability/neurologisches Defizit: Pupillomotorik/Glasgow-Coma-Scale/Paresen/Seitenvergleich/Sprache/Meningismus/Krampfanfall E Environment and exposure/erweiterte Untersuchung: Blutzucker/Körpertemperatur/ Verletzungszeichen Anamnese/Fremdanamnese: S A Symptome AllergieM MedikationP Patientenanamnese, Beginn der Symptomatik (plötzlich oder langsam), Schmerzangabe, VorerkrankungenL Letzte MahlzeitE Ereignis, Auffindesituation Bedenke mögliche Ursachen, z. B: Hirninfarkt, intracranielle Raumforderung Trauma Hypotension Hypothermie/Hyperthermie Hypoxie Exsikkose Krampfanfall Intoxikation(Erwäge […]

Unstillbare Blutung / Einsatz Tourniquet

Verletzungsort Stammtrauma siehe Therapieempfehlung Thoraxtrauma, Abdomen-, Beckentrauma Übergang zum Körperstamm (junctional injury) Manuelle Kompression > Packing mit Baumwollgaze oder Hämostyptika in Gaze-Form (bei lebensbedrohlicher Blutung) CAVE: Übung erforderlich! Extremitäten  Stufenschema: Manuelle Kompression > Druckverband (Hochlagerung) > Tourniquet Gründe/Indikation für Anlage Tourniquet Medizinische Gründe Unkontrollierbare Blutungen an Extremitäten Schwere Blutungan Extremitäten bei gleichzeitigem A-, B- und/oder C-Problem Taktische Gründe […]