Hypothermie

Definition der Temperaturbereiche und der klinischen Zeichen nach dem Swiss Staging System: Definition Stadium I –Mäßige Hypothermie (35 – 32° C): Wach – Kältezittern Stadium II – Schwere Hypothermie(32 – 28° C): Bewusstseinsgetrübt – nachlassendes Kältezittern Stadium III – Extreme Hypothermie(< 28° C): Bewusstlos Stadium IV (< 24° C): Bewusstlos und keine Atmung Besonders gefährdet Obdachlose/hilflose Personen, […]

Schock

Definition Akute, nicht oder nur kurzfristig kompensierbare Störung des Gleichgewichts zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf auf zellulärer Ebene aufgrund einer Fehlfunktion des kardiozirkulatorischen Systems Schockformen Hypovolämischer Schock Hämorrhagischer Schock(akute Blutung nach innen oder außen: z. B. Gefäßverletzung, Gefäßruptur, GI-Blutung) Hypovolämischer Schockim engeren Sinne (fehlendes Plasmavolumen, z.B. Dehydratation bei schwerer Diarrhoe) Traumatisch-hämorrhagischer Schock(Fraktur mit Gewebsschaden, z.B. Polytrauma) Traumatisch-hypovolämischer […]

Adipöser Patient im Rettungsdienst

Respektvoller Umgang mit dem Patienten! Adipositas ist häufig mit Folge- oder Begleiterkrankungen assoziiert, die die Patientenversorgung erschweren können. Hierzu gehören insbesondere kardiovaskuläre Erkrankungen, metabolisches Syndrom und respiratorische Störungen. Frühzeitig Logistik der Rettung und des Transportes klären. Pathophysiologische Besonderheiten Höhere Inzidenz des schwierigen Atemwegs und erschwerter Maskenbeatmung Erhöhte Aspirationsgefahr Erniedrigte Compliance und Funktionelle Residualkapazität → Ventilations-Perfusions-Störungen […]

Sauerstofftherapie im Rettungsdienst

Sauerstoff ist das Medikament zur Behandlung einer Hypoxämie. Therapieziel ist die Normoxämie. Zur Behandlung einer Luftnot sind weitere Maßnahmen erforderlich. Bei kritisch kranken Patienten sollte unmittelbar eine hohe Sauerstoffkonzentration angewandt und entsprechend dem klinischen Verlauf (valide pulsoxymetrische Messung!) angepasst werden.  Definition-Hypoxämie: SpO2 < 90 %, entspricht PaO2: < 60 mmHg Vorgehen: Initial hochdosiert (12-15 l/min über dichtsitzende Reservoirmaske oder 100 […]

Akutes Koronarsyndrom (ACS)

Leitsymptom sind pektanginöse Beschwerden. Allgemeine Maßnahmen Beruhigen des Patienten Lagerung (Oberkörper hoch) Sauerstoffzufuhr bei Atemnot oder Hinweisen auf Herzinsuffizienz nur bei SpO2 < 90 % erforderlich Monitoring(immer 12-Kanal-EKG innerhalb von 10 min nach med. Erstkontakt, Blutdruck, Herzfrequenz, SpO2), bei Verdacht auf Rechtsherzinfarkt oder posterioren Hinterwandinfarkt die zusätzlichen rechts- (V3r und V4r) bzw. linkskardialen (V7-V9) Ableitungen kleben. Die […]

Wirbelsäulentrauma und -immobilisation

Definition des Wirbelsäulentraumas Verletzung der Wirbelsäule (Fraktur oder Luxation) eventuell mit Schädigung des Rückenmarks durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung. Sie kann isoliert oder im Rahmen einer Mehrfachverletzung auftreten. Hintergrund Bei der prähospitalen Versorgung von Wirbelsäulenverletzten steht eine Vermeidung von Sekundärschäden im Vordergrund: v.a. Hypotonie und Hypoxie vermeiden! In der Behandlung der potenziellen Wirbelsäulen-/Rückenmarkverletzungen hat in […]

Durchführung einer Thoraxentlastung

Bei spontan atmenden Patienten ist ein vital bedrohlicher Spannungspneumothorax eine Rarität. Daher ist es nur selten erforderlich, vor einer Atemwegssicherung eine Notfallentlastungspunktion durchzuführen. Die Fähigkeit, eine Mini-Thorakotomie durchführen zu können, ist eine Voraussetzung zur Teilnahme am Notarztdienst! Indikationen Absolute Indikation Spannungspneumothorax(kombiniertes lebensbedrohliches B- und C-Problem) Beim traumainduzierten Kreislaufstillstand beidseitige Thorakostomie! Relative Indikationen Pneumothorax Hautemphysem Rippenserienfraktur Hämatopneumothorax Lokalisation: ICR vordere/mittlere […]

Schädel-Hirn-Trauma des Erwachsenen

Die spezifische Therapie des Schädel-Hirn-Trauma richtet sich nach der Schwere der Hirnverletzungen und der Begleitverletzungen. Das Ausmaß der Bewusstlosigkeit kann Hinweise auf die Schwere der Hirnverletzung geben. Die Bewusstseinsstörung wird durch die Glasgow-Coma-Scale (GCS) beschrieben. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma liegt bei einem GCS von 3 – 8 vor. Therapieziel Sekundärschäden vermeiden: Normoxämie, Normotonie, Normokapnie und Normothermie anstreben, Aspiration […]

Thoraxtrauma

Definition Verletzungen des Thorax durch stumpfe oder spitze Gewalt. Frakturen von Rippen, Sternum, BWS Lungenkontusion, Pneumothorax/Spannungspneumothorax, Hämatothorax Perikardtamponade, Myokardkontusion, -ruptur, Aortendissektion, -ruptur Tracheobronchiale Verletzungen, Ösophagusverletzung Zwerchfellruptur, Verletzung von Abdominalorganen (Milz, Leber, Niere), Besonderheiten 75 % der Thoraxverletzten weisen primär keine sichtbaren Verletzungszeichen am Thorax auf Die Verletzungsschwere wird insbesondere bei jungen Patienten häufig unterschätzt (Unfallmechanismus!) […]